Do, 01. – So, 04.10.2026 | Brotfabrik Frankfurt, Gallus Theater, Mal Seh´n Kino u.a. Orte

F.I.M. Festival 2026 – Internationales Festival improvisierter Musik

 

Festivalprogramm:

Do, 01.10.26 19:00 Gallus Theater Frankfurt

Max Clouth/D – Gitarre
Chris Corsano/US – Schlagzeug
Carl Ludwig Hübsch/D – Tuba
Martin Lejeune/D – Gitarre
Els Vandeweyer/BEL – Vibraphon
Tizia Zimmermann/SUI – Akkordeon
Stundent*innen FB Tanz/HfMDK – Tanz
+ Gastmusiker*innen

Fotos: Max Clouth (by Sukrit Nagaraj), Chris Corsano (by Jakob Isselstein), Carl Ludwig Hübsch (by C.L.Hübsch), Martin Lejeune (by 7UE), Els Vandeweyer (by S. Katz), Tizia Zimmermann (by Palma Fiacco)

Solo und F.I.M. Formationen+ Tanz

Der Abend startet mit hochkarätigen Solo Improvisationen verschiedenster musikalischer Prägungen. Im zweiten Teil des Abends interagieren die Musiker*innen in Ad-hoc Formationen mit Tänzer*innen des Fachbereichs Tanz der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst/HfMDK Frankfurt.

Max Clouth, geboren 1985 in Frankfurt, studierte von 2005 – 2008 Jazz-Gitarre an der Hochschule für Musik Mainz und von 2008 bis 2009 an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Anschließend nahm er Unterricht bei Pandit
Nayan Ghosh an der Sangit Mahabharati Music School Mumbai und bei Guitar Prasanna an der Swarnabhoomi Academy of Music. Zusätzlich studierte er von 2015-2018 Filmmusik-Komposition an der Filmakademie Baden Württemberg in Ludwigsburg.
Er komponiert für Film und Fernsehen, darunter u.a. Musik für „Freibadsinfonie / Blue Summer Symphony“ (Regie: Sinje Köhler, nominiert für den Studenten-Oscar), „Geschichte im Ersten: Der lange Weg der Sinti und Roma“ (ARD, 2022 – Regie: Adrian Oeser) und zuletzt „Das Leben ist kein Kindergarten” (ARD, 2023 – Regie: Sinje Köhler).
Seine mit dem Gitarrenbauer Philipp Neumann entwickelten Doppelhalsgitarren basieren auf orientalischen und indischen Saiteninstrumenten wie Oud oder Sarod. Mit seiner Gruppe Ragawerk/Max Clouth Clan entwickelte er einen Musikstil, der vom Mahavishnu Orchestra, Kraftwerk, Led Zeppelin sowie von Indischer Klassischer Musik und zeitgenössischer Elektronik inspiriert ist. Zusammen mit dem Frankfurter Elektro-Künstler Dan Bay veröffentlichte Max 2020 die EP „Voodoo Guitar“, die inzwischen fast 3 Millionen Stream bei spotify hatte. Im April 2021 erschien die LP Lucifer Drowning in a Sea of Light, auf dem Max mit der Cellistin Sophie-Justine Herr und Kabuki am Modular-Synthesizer zu hören ist.
Max Clouth erhielt 2017 das Frankfurter Jazzstipendium. Seit 2022 unterrichtet er Jazz-Gitarre und Ensemble an der FMW Frankfurter Musikwerkstatt.

Chris Corsano (geb. 1975) ist ein in Chicago ansässiger Schlagzeuger, der seit Ende der 90er Jahre an der Schnittstelle von Free Jazz, Avant-Rock und experimenteller Musik tätig ist. Er ist der bevorzugte Schlagzeuger einiger der größten zeitgenössischen Vertreter des „Jazz“ (Joe McPhee, Paul Flaherty, Mette Rasmussen) und des „Rock“ (Sir Richard Bishop, Bill Orcutt, Jim O’Rourke) sowie von Künstlern, die sich jeder Kategorisierung entziehen (Björk für ihr Album „Volta“ und ihre Welttournee, Michael Flower, Okkyung Lee).
Corsano gilt weithin als äußerst vielseitiger und innovativer Schlagzeuger im Bereich der zeitgenössischen Improvisationsmusik. Durch ekstatische freie Improvisation, erweiterte Perkussionstechniken und die Einbindung von Instrumenten mit Zirkularatmung sowie Streichinstrumenten hat er eine höchst individuelle musikalische Sprache entwickelt, die weit über die traditionellen Vorstellungen davon hinausgeht, wozu ein Schlagzeug fähig ist. The Guardian bezeichnete ihn als „einen der großartigsten Schlagzeuger der Welt“, Rolling Stone nannte ihn einen „Powerhouse-Schlagzeuger“, New York Times als „Ass der Avantgarde“ Wire Magazine als „wohl der energiegeladenste und kreativste Schlagzeuger des zeitgenössischen Free Jazz“.
https://www.cor-sano.com/

Carl Ludwig Hübsch
musikalisch aufgewachsen als Klarinettist in der örtlichen Blaskapelle später Wechsel zur Tuba. Gleichzeitig Schlagzeuger in Punk- und Rockbands. Meist autodidaktisches Studium der Musik zwischen allen möglichen Stilen wie Tanzmusik, Rock oder New Orleans. Musikalische Grundnahrungsmittel: Frank Zappa, King Sunny Ade, Dead Kennedys…
Hübsch ist trotz aller Studien ein unverbesserlicher Autodidakt und genießt ein lebenslanges Stipendium an seiner eigenen Universität.
Carl Ludwig Hübsch komponiert für kleine und grosse Besetzungen intuitiver oder Neuer Musik und ist als Tubist ein im In- und Ausland gefragter Improvisierer oder Interpret. Er studierte Komposition meist autodidktisch, jedoch auch z.B. als Gaststudent in der Kompositionsklasse von Johannes Fritsch in Köln. Hübsch komponiert für verschiedene Ensembles wie zB das Multiple Joy[ce] Orchestra in Köln, seine eigenen Gruppen oder für Kompositionsaufträge. Sein kompositorisches Schaffen stellt den Interpreten als kreative Instanz im Umgang mit vorab komponierter Musik in den Mittelpunkt.
Seit 1989 tritt Carl Ludwig Hübsch regelmäßig mit herausragenden bekannten und unbekannten Meistern seines Metiers zusammen auf. Hübsch hat drei Bücher mit Interviews mit Improvisierenden Musiker*innen veröffentlicht.
Referenzen: Zahlreiche Konzerte, Radio- und CD-Produktionen sowie Theatermusik-Kompositionen. Veranstalter der Konzertreihe „Plattform Nicht Dokumentierterer Ereignisse“. Konzertreisen fast überallhin. 
Mehr Informationen: www.huebsch.me

Els Vandeweyer ist Vibraphonistin, Perkussionistin und Komponistin. Sie ist in Belgien aufgewachsen und lebt in Berlin. Nach dem Studium der klassischen Perkussion in Antwerpen, Jazz in Brüssel und Oslo, gehört Vandeweyer zu den Gründern des IMI Kollektief. Mit dem Album „Snug as a Gun“, das auf Clean Feed (2006) veröffentlicht wurde, war sie sehr erfolgreich. Die Künstlerin entwickelt Solo-Performances und ist ebenso an Gruppen Improvisationen und in Ensembles der Zeitgenössischen Musik beteiligt.
Zu den vergangenen Projekte gehören das Quat Quartet mit Fred Van Hove, Paul Lovens und Martin Blume „Live at Hasselt“ (NoBusiness Records 2013), das Pascal Niggenkemper‘s Vision 7 „Lucky Prime“ (Clean Feed 2013) , das Andromeda Mega Express Orchestra „Live on Planet Earth“ (Alien Transistor 2014), Serenus Zeitblom Oktett „Erster Teil-Zweiter Teil-Dritter Teil“ (Hyperdelia 2017), das SFO-orchester von Georg Graewe (Random Acoustic 2020) und die Zusammenarbeit mit Real Geizt/Taktloss (Rumhäng Rekordz 2018).
Zu den aktuellen Projekten gehören Metal Illusion (mit Rieko Okuda), Dead Leaf Butterfly (CD-release, Ontmoeting, Jazzwerkstatt 2023), Marvin the Destroyer (mit DJ Illvibe, Daniel Erdmann and Kofie da Vibe) und das Stefan Schultze´s Large Ensemble. Mit „Debut“ erschien ihr erstes Album unter eigenem Namen (90% Wasser, 2019). Mit „Trash“ veröffentlichte sie eine Kassette für Solo „Trash Guitar“ (Ediciones Capablanca, 2021).
Els Vandeweyer ist eine kreative Forscherin, die Tradition, Improvisation und Klangforschung auf einzigartige Weise verbindet. Sie wird nicht nur für ihre beeindruckende technischen Fähigkeiten geschätzt, die sie durch den Einsatz von verschiedene Präparationen (Handschuhe, Ketten, Verzerrungen mit Blechdosen,…) erlangt, sondern sie verleiht ihren Auftritten auch emotionale Tiefe.
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Tizia Zimmermann: Von kaum hörbaren Geräuschen, leisen Schlägen und dem Atmen des Balgs bis hin zu kraftvollen, vollen Klängen und nervösen, kantigen Tönen – all das findet sich im energiegeladenen Spiel der Akkordeonistin wieder. Improvisatorisch beleuchtet sie ihr Instrument aus verschiedenen Blickwinkeln. Mal stehen die Klänge nackt im Raum, mal schichten sie sich übereinander, bis es orchestral klingt. Sie kontrastiert Sparsamkeit mit Fülle, Kontrolle mit Kontrollverlust.

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Fr, 02.10.26 Alte Nikolaikirche (Römerberg)

Dennis Sekretarev – Trompete

 

11:30 Uhr Solo Trompete 1 
Dennis Sekretarev – Trompete

Der Frankfurter Trompeter, auch im traditionelleren Jazz heimisch, eröffnete die Solo Improvisationsreihe „Trompete“.

Dennis Sekretarev ist in Charkiw in der Ukraine in eine Musikerfamilie geboren und seit seinem vierten Lebensjahr in Frankfurt am Main aufgewachsen. Schon als kleines Kind lernte Dennis die Violine und das Klavier zu spielen und war Mitglied im Kinderchor der Oper Frankfurt.
Von 2004 bis 2009 war er Mitglied im LandesJugendJazzOrchester Hessen und tourte mit der Band in Russland, Japan, Rumänien, Litauen und Frankreich.
Sein Musikstudium führte ihn nach Amsterdam, Philadelphia und New York. Von 2013 – 2018 tourte er mit der Band „MorganFreeman“ in Litauen, den Niederlanden und Deutschland und nahm das Debutalbum der Band auf. Von 2016 bis 2018 war Sekretarev Teil der Amsterdamer Free Improv Szene und spielte Konzerte mit John Dikeman, Jasper Stadhouders, Onno Govaert uvm.
Seit 2018 wohnt Sekretarev wieder in Frankfurt und veröffentlichte drei Alben mit unterschiedlichem musikalischen Charakter.
Sekretarev spielt sowohl modernen Straight Ahead Jazz, Funk und groove orientierte Musik, als auch freie Improvisation.

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Fr, 02.10.26 Workshop/Lecture an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst HfMdK

Elliott Sharp – Gitarre
Hamid Drake – Schlagzeug

13:00-15:30 Workshop / Lecture

Zwei internationale Größen der Improvisierten Musik vermitteln ihre langjährigen Erfahrungen und musikalischen Konzepte an interessierte Student*innen / Musiker*innen.

Elliott Sharp: Workshop zur Praxis des Improvisierens
Nach eine kurzen Einführung sind die Teilnehmenden aufgefordert mit ihren Instrumenten (auch Gesang) praktisch zu improvisieren und zu interagieren. Dabei kommt es weniger auf technische Brillanz an als auf die Fähigkeit zu hören, zu interpretieren und spielend zu reagieren. 

Hamid Drake: Lecture zum Thema: Wie entwickle ich mich als Improvisationskünstler weiter?
Hamid Drake vermittelt, wie man seinen eigenen entdeckt bzw. weiterentwickelt. 

15:30 – 16:00 Konzert
Elliott Sharp und Hamid Drake improvisieren im Duo, das zuvor vermittelte hörbar machend. 

Fr, 02.10.26 Brotfabrik Frankfurt

SOG
Lina Allemano/CAN – Trompete
Uwe Oberg/D – Piano
Matthias Bauer/D – Bass
Rudi Fischerlehner/A – Schlagzeug

Foto: Christian Dekant, v. li. nach re.: Rudi Fischerlehner, Matthias Bauer, Uwe Oberg, Lina Allemano

19:00 SOG

Die Formation SOG, mit der diesjährigen Preisträgerin des Deutschen Jazzpreises Lina Allemano, präsentiert fein ausbalancierte Improvisationsmusik auf hohem Niveau.

SOG vereint einige der führenden zeitgenössischen Improvisatoren aus Berlin, Toronto und Wiesbaden. Es handelt sich um ein Kollektiv: Alle vier sind gleichermaßen verantwortlich und in jedem Moment des kreativen Prozesses unverzichtbar. Präsenz ist der Antrieb. Die Musik von SOG strahlt Ruhe und Gelassenheit aus, selbst in den lebhaftesten Passagen. Der Fluss ist immer da. Tauchen Sie ein.
Lina Allemano wurde mit dem Deutschen Jazzpreis 2026 in der Kategorie Trompete ausgezeichnet.
Eine starke Verbundenheit zwischen allen Musikern … und es wird nie langweilig. (vital Weekly 2024)

Elliott Sharp/USA Gitarre
Shahzad Ismaily/USA – Bass
Chris Corsano/USA – Schlagzeug

Fotos: Elliott Sharp (by E#), Shahzad Ismaily (by Mary Rozzi), Chris Corsano (by Jacob Isselstein)

20:30 Ismaily – Sharp – Corsano

Dies wird spannend, 3 amerikanische Avantgardisten treffen aufeinander.

Elliott Sharp’s Komposition „Storm of the Eye“, die er für die Geigerin Hilary Hahn komponierte, erschien auf ihrem mit einem Grammy ausgezeichneten Album „In 27 Pieces“. Seine Oper „Die Grösste Fuge“ wurde im Rahmen von „Beethoven@250“ in Bonn uraufgeführt, und seine Oper „Filiseti Mekidesi“ feierte 2018 bei der RuhrTriennale Premiere. Seine Walter-Benjamin-Oper „Port Bou“ wurde 2014 in New York im Issue Project Room und 2015 in Europa im Berliner Konzerthaus uraufgeführt. Zu seinen Klanginstallationen zählen „Foliage“, „Fluvial“, „Chromatine“ und „Tag“. Zu Sharps Kooperationspartnern gehörten der Qawwali-Sänger Nusrat Fateh Ali Khan, der Pianist Cecil Taylor, das Ensemble Modern, die Popsängerin Debbie Harry, die Blueslegenden Hubert Sumlin und Pops Staples, die Quartette Arditti, JACK und Kronos, die Jazzgrößen Jack DeJohnette und Sonny Sharrock, die Medienkünstler Christian Marclay und Pierre Huyghe, das Radio-Sinfonieorchester Frankfurt sowie Bachir Attar, Leiter der Master Musicians Of Jajouka. Viele von Sharps Veröffentlichungen, sowohl neue als auch Archivmaterial, sind auf der Bandcamp-Seite von zOaR Records zu finden:
https://zoar-records.bandcamp.com/

Shahzad Ismaily ist ein in Brooklyn ansässiger Multiinstrumentalist, Produzent, Komponist und Toningenieur. Er wurde in Harrisburg, Pennsylvania, als Sohn pakistanischer Einwanderer geboren. Eine diagnostizierte ektodermale Dysplasie hat Ismailys Fähigkeit zu hören, durchzuhalten, zu komponieren und zusammenzuarbeiten tiefgreifend beeinflusst. Seit seinem Umzug nach New York City im Jahr 2000 ist Ismaily ein prägendes Mitglied der Musikszene.
Der für einen Grammy nominierte Künstler beschäftigt sich mit Improvisation, Tonartwechseln und rhythmischen Abläufen und hat bereits mit zahlreichen nationalen und internationalen Musikern zusammengearbeitet. Sein Schaffen umfasst eine breite Palette an Instrumenten – vom E-Bass über Gitarre, Schlagzeug und Percussion bis hin zu Synthesizern und verschiedenen Klangobjekten, die er auf seinen Reisen gesammelt hat.
Er hat zudem an Filmen, Klanginstallationen, Performance-Kunst und Tanzstücken mitgewirkt, darunter der für den Oscar nominierte und beim Sundance Film Festival ausgezeichnete Film „Frozen River“ sowie Ragnar Kjartanssons Installation „The Visitors“. Von der „New York Times“ als „Lieblingsmusiker der Musikfans“ bezeichnet, hat er mit einer vielfältigen Gruppe von Künstlern und Avantgarde-Musikern aufgenommen und konzertiert, darunter: Arooj Aftab, Sam Amidon, Laurie Anderson, Bonnie “Prince” Billy, Guillermo E. Brown, Nels Cline, Anthony Coleman, Bryce Dessner, Ceramic Dog, Bob Dylan, Marianne Faithfull, Faun Fables, Feist, Ben Frost, Ganavya, Milford Graves, Keiji Haino, Graham Haynes, Shelley Hirsch, Jolie Holland, Lonnie Holley, JFDR, Vijay Iyer, Eyvind Kang, Laleh Khorramian, Merope, Butch Morris, Dustin O’Halloran, Yoko Ono “Plastic Ono Band”, Beth Orton, Lou Reed, Marc Ribot, Damien Rice, Secret Chiefs 3, Colin Stetson, Laura Veirs and Love In Exile.

Chris Corsano (geb. 1975) ist ein in Chicago ansässiger Schlagzeuger, der seit Ende der 90er Jahre an der Schnittstelle von Free Jazz, Avant-Rock und experimenteller Musik tätig ist. Er ist der bevorzugte Schlagzeuger einiger der größten zeitgenössischen Vertreter des „Jazz“ (Joe McPhee, Paul Flaherty, Mette Rasmussen) und des „Rock“ (Sir Richard Bishop, Bill Orcutt, Jim O’Rourke) sowie von Künstlern, die sich jeder Kategorisierung entziehen (Björk für ihr Album „Volta“ und ihre Welttournee, Michael Flower, Okkyung Lee).
Corsano gilt weithin als äußerst vielseitiger und innovativer Schlagzeuger im Bereich der zeitgenössischen Improvisationsmusik. Durch ekstatische freie Improvisation, erweiterte Perkussionstechniken und die Einbindung von Instrumenten mit Zirkularatmung sowie Streichinstrumenten hat er eine höchst individuelle musikalische Sprache entwickelt, die weit über die traditionellen Vorstellungen davon hinausgeht, wozu ein Schlagzeug fähig ist.
„The Guardian“ bezeichnete ihn als „einen der weltweit größten Schlagzeuger“, während er vom „Rolling Stone“ als „Kraftpaket am Schlagzeug“, von der „New York Times“ als „Ass der Avantgarde“ und vom „Wire Magazine“ als „wohl der energiegeladenste und kreativste Schlagzeuger des zeitgenössischen Free Jazz“ bezeichnet wurde.
https://www.cor-sano.com/

Caspar Brötzmann/D – Gitarre
Hamid Drake/USA – Schlagzeug

Foto: Caspar Brötzmann (by Frank Schemmann), Hamid Drake (by Ziga Koritnik)

23:00 Uhr Brötzmann – Drake

Ein ungewöhnliches Duo, aber nicht das erste Mal im Austausch, lässt höchste Improvisationskunst erwarten.

CASPAR BRÖTZMANN 
Caspar Brötzmann wurde in Deutschland geboren und ist ein autodidaktischer E-Gitarrist, Bassist, Singer-Songwriter und Komponist, der in Berlin lebt. Seit seinem vierzehnten Lebensjahr spielt er und tourt mit Musikern und Gruppen aus Europa, den Vereinigten Staaten, Japan und Afrika. Er hat ein breites musikalisches Spektrum geschaffen, gilt jedoch insbesondere als einflussreiche Persönlichkeit in der Alternative-Rock- und Improvisationsmusikszene. Caspar Brötzmann hat Musik für Theater und Radio komponiert.
Obwohl er oft als Vorreiter der Verschmelzung von Rock, Noise und avantgardistischer Ästhetik bezeichnet wird, gibt er selbst an, dass seine Liebe zu klassischen Komponisten wie Charles Ives, Hans Eisler und Jean Prodromidés eine wichtige Inspirationsquelle für ihn ist. In seinem Ansatz nutzt er die Gitarre als Pinsel und die Klänge als Leinwand, um „mit Musik zu malen“. Die Liste der Musiker, mit denen Caspar zusammengearbeitet hat, ist lang und reicht von Klassik über Jazz bis hin zu Rockmusikern, darunter FM Einheit, Blixa Bargeld, Diamanda Galas, Hamid Drake, Peter Brötzmann, Mats Gustafson, Jason Adasiewicz, William Parker, Page Hamilton, Stephen O’Malley, Keiji Haino, Thurston Moore, Martin Atkins, Danny Carey, Massimo Pupillo, Komi Togbonou, Michael Wertmüller, Marino Pilakas, Ralf Goldkind, Thomas D. und andere.
Als Sohn eines berühmten Saxophonisten fand er schon früh seine künstlerische Identität und entwickelte eine einzigartige Klangsprache, die sich in brutaler Katharsis entlädt. Seine Musik ist keine Anpassung an Trends, sondern eine einfühlsame, leidenschaftliche, fast autistische Auseinandersetzung mit Verzweiflung und Wut – und doch voller Hoffnung. Mit seiner virtuosen Eigenständigkeit am Instrument ist er ein außergewöhnliches Phänomen. Ein atonaler Hendrix, made in Germany.
(aus einem englischen Originaltext von Tøni Schifer)

Hamid Drake wird von vielen  als brillanter, einfühlsamer, unendlich rhythmischer und intelligenter Schlagzeuger und Percussionist angesehen. 
Er arbeitete früh mit Fred Anderson, einem Mitgründer der AACM, sowie damals junge Größen wie George Lewis und Douglass Ewart zusammen. Hamids fließender rhythmischer Ausdruck und sein Interesse an den Wurzeln der Musik brachten andere gleichgesinnte Musiker in einem Konzert- und Bildungskollektiv namens Mandingo Griot Society zusammen, das traditionelle afrikanische Musik (insbesondere aus den Mandingo sprechenden Gebieten Westafrikas) und Erzählungen mit deutlich amerikanischen Einflüssen verband. Hier war auch der Trompeter Don Cherry zaktiv, der Hamids Leben nicht nur musikalisch, sondern auch spirituell tiefgreifend geprägt hat. 
Ein weiterer sehr wichtiger musikalischer Einfluss in Hamids prägenden Jahren war sein erster Tabla-Lehrer Paul Raman (Raman Papaiah).
Hamid Drake beschäftigte sich intensiv mit dem Schlagzeug, auch mit Stilen aus der östlichen Karibik, was ihn zu einer tiefen Auseinandersetzung mit Reggae führte
.
Zu den weiteren Musikern, mit denen Hamid zusammengearbeitet hat, gehören Archie Shepp, David Murray, Bill Laswell, Jamie Saft, Sabir Mateen, Joe McPhee, Jim Pepper, Dewey Redman, Adam Rudolph, Pharoah Sanders, Foday Musa Suso, John Tchicai, Dave Leibman, Irene Schweizer, Michel Portal, Iva Bittova, Nicole Mitchell, Zahra Glenda Baker, Amina Claudine Meyers, Josh Abrams, Pasquale Mirra, den italienischen Saxophonisten und Komponisten Daniele Sepe, Antonello Salis, Paolo Angeli, Gavino Murgia, das Orchestra Maggio Fiorentino und fast alle Mitglieder der AACM. Und natürlich einer seiner ältesten Freunde und Weggefährten, der Perkussionist und Komponist Adam Rudolph.
Hamid gewann 2009 den Jazz Journalist Award und wurde 2006, 2010, 2017, 2018 und 2019 in der Downbeat Critics Poll zum besten Percussionisten gewählt. Im Jahr 2017 wurde ihm der Titel „Chevalier des Arts et des Lettres“ verliehen.

Sa, 03.10.26 Alte Nikolaikirche

Lina Allemano/CAN – Trompete

Lina Allemano (by Manuel Miethe)

11:30 Uhr Solo Trompete 2 
Lina Allemano – Trompete

Die kanadische Trompeterin Lina Allemano, diesjährige Preisträgerin des Deutschen Jazzpreises, besticht durch die Vielfältigkeit und Kreativität am Instrument.

Lina Allemano, Trompeterin, Komponistin, Improvisatorin und Bandleaderin, die eine aktive internationale Karriere vorweisen kann und seit vielen Jahren eine prägende Rolle in der Berliner Szene spielt, ist Preisträgerin des Deutschen Jazzpreises 2026 (Blechblasinstrumente). Sie ist bekannt für ihr emotionales Trompetenspiel vor allem in improvisierten, jazzigen und experimentellen Kontexten und gilt als eine der führenden innovativen Trompeterinnen der heutigen Szene. SSie arbeitet mit zahlreichen internationalen Künstlern zusammen, betreibt ihr eigenes Plattenlabel für experimentelle Musik, LUMO RECORDS, und leitet mehrere bahnbrechende Projekte, darunter ihr Akustikquartett LINA ALLEMANO FOUR, das Power-Trio OHRENSCHMAUS und das Trompeten-/Elektronik-Duo BLOOP. In den letzten Jahren wurde sie in der jährlichen internationalen Kritikerumfrage des DownBeat Magazine als „Rising Star Trumpet“ ausgezeichnet. Das Album „The Diptychs“ von Lina Allemano Four erschien 2025 auf dem Jazzfest Berlin und demonstriert das unerschöpfliche Potenzial des akkordlosen Quartetts und die grenzenlose Fantasie eines der besten Komponist:innen des heutigen Jazz.“ – Dusted Magazine.

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Sa, 03.10.26 Film – Mal Seh’n Kino Frankfurt

Film: „Tastenarbeiter – Alexander von Schlippenbach“

 

14:00 Uhr „Tastenarbeiter – Alexander von Schlippenbach“ von Tilman Urbach
D 2023, 106 Min.
Anschl. Filmgespräch mit Alexander v. Schlippenbach und Tilman Urbach

Filmdokumentation über den Pianisten Alexander von Schlippenbach, einem der Urväter des europäischen Free Jazz.

Alexander von Schlippenbach spielt seit den 1960er Jahren eine sehr wichtige Rolle im europäischen Jazz. Er beschreibt sich selbst – mit unsichtbarem Augenzwinkern – wie folgt: „‚N bisschen so ’n Spinner, vielleicht auch. Ich will jetzt nicht sagen, was ich für ’n toller Kerl bin. Spinner heißt, etwas abwegige Gedanken und in meinen Reaktionen nicht immer so ganz comme il faut.“
Alexander von Schlippenbach: … Ein Kosmos frei bewegter Töne und derer, die sie hervorbringen – mit einem Pianisten und Komponisten, der Energien und Formen bündelt. Das reicht von den Aufbruchszeiten mit Weggefährten wie Saxophonist Peter Brötzmann bis hin zu jüngeren Musik-Momenten – mit seiner Frau, der Pianistin Aki Takase, und seinem Sohn Vincent, der sich DJ Illvibe nennt. Eine persönliche Geschichte, die auch in Bayern spielte, wo Schlippenbach als Flüchtling seine Jugend verbrachte. Tilman Urbach folgt vielen historischen Spuren – aber vornehmlich im Gespräch…
Die stärksten Momente in diesem Film: die Intimität einiger Gespräche, die Wohnzimmer-Atmosphäre, die Begegnung Schlippenbachs mit dem einstigen DDR-Kollegen und Schlagzeuger Günter Baby Sommer. Hier und in einigen gemeinsamen Tönen mit Trompeter Manfred Schoof beginnt sie zu funkeln, die musikalische Faszination einer Musik, die manchmal voll mitreißend-rauer Poesie steckt. Da berührt es: das Erleben eines sehr noblen Vertreters des Genres – Alexander von Schlippenbach.
(Auszüge aus einem Text des BR)

Sa, 03.10.26 Brotfabrik Frankfurt

Camila Nebbia/ARG – Saxophon
Elliot Sharp/US – Gitarre
Paal Nilssen-Love/NO – Schlagzeug

Fotos: Nilssen-Love (by Peter Gannushkin), Sharp (by E#), Nebbia (by Frank Schindelbeck)

19:00 Nebbia – Sharp – Nilssen-Love

Eine interessante Konstellation: Die junge aufstrebende argentinische Saxophonistin Camelia Nebbia trifft auf international etablierte Größen des Genres.

Camila Nebbia stammt aus Buenos Aires, lebt in Berlin und ist Saxophonistin, Komponistin, Improvisatorin, bildende Künstlerin und Kuratorin. Das Magazin „Jazz PT“ bezeichnete sie als „eine der bedeutendsten Saxophonistinnen unserer Zeit“. Ihr Soloalbum – „una ofrenda a la ausencia“ bei Relative Pitch Records – wurde vom NYC Jazz Record als „ein von Natur aus menschliches und persönliches Album, das die Zuhörer mit einer leidenschaftlichen Herangehensweise an den Jazz überrascht“ beschrieben. Sie trat bereits mit Künstlern wie Marilyn Crispell, Michael Formanek, Angelica Sanchez, Lesley Mok, Kit Downes, Chris Corsano, John Edwards, Mark Sanders und vielen anderen auf. 
Zu ihren aktuellen Projekten gehören: Nebbia/Downes/Lisle „Exhaust“ mit Kit Downes & Andrew Lisle, das Duo Camila Nebbia & Angelica Sanchez, Camila Nebbia solo, Camilas Sextett „The Hanged One“, „Presencia“ mit James Banner und Max Andrzejewski, DaughterDaughter mit Amalie Dahl, Elisabeth Coudoux & Sun-mi Hong sowie weitere Projekte. 
Ihre Arbeit erstreckt sich über improvisierte und komponierte Musik, kollaborative Praktiken, Super-8-Film und audiovisuelle Performance und bildet eine Konstellation miteinander verbundener Praktiken.
Sie wurde für den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie Holzblasinstrumente 2024, 2025 und 2026 sowie für das Album des Jahres 2026 nominiert. 
Camila Nebbia wird von D’Addario Woodwinds unterstützt. (https://camilanebbia.com/)

Elliott Sharp’s Komposition „Storm of the Eye“, die er für die Geigerin Hilary Hahn komponierte, erschien auf ihrem mit einem Grammy ausgezeichneten Album „In 27 Pieces“. Seine Oper „Die Grösste Fuge“ wurde im Rahmen von „Beethoven@250“ in Bonn uraufgeführt, und seine Oper „Filiseti Mekidesi“ feierte 2018 bei der RuhrTriennale Premiere. Seine Walter-Benjamin-Oper „Port Bou“ wurde 2014 in New York im Issue Project Room und 2015 in Europa im Berliner Konzerthaus uraufgeführt. Zu seinen Klanginstallationen zählen „Foliage“, „Fluvial“, „Chromatine“ und „Tag“. Zu Sharps Kooperationspartnern gehörten der Qawwali-Sänger Nusrat Fateh Ali Khan, der Pianist Cecil Taylor, das Ensemble Modern, die Popsängerin Debbie Harry, die Blueslegenden Hubert Sumlin und Pops Staples, die Quartette Arditti, JACK und Kronos, die Jazzgrößen Jack DeJohnette und Sonny Sharrock, die Medienkünstler Christian Marclay und Pierre Huyghe, das Radio-Sinfonieorchester Frankfurt sowie Bachir Attar, Leiter der Master Musicians Of Jajouka. Viele von Sharps Veröffentlichungen, sowohl neue als auch Archivmaterial, sind auf der Bandcamp-Seite von zOaR Records zu finden: https://zoar-records.bandcamp.com/

Paal Nilssen-Love ist einer der einflussreichsten und fleißigsten Schlagzeuger der norwegischen Jazzszene. Durch seine Arbeit in verschiedenen Bands und Ensembles sowie durch die Zusammenarbeit mit einigen der Größen des Free Jazz und des Improvisationsjazz ist er zu einer der treibenden Kräfte der rauen und energiegeladenen skandinavischen Free-Jazz-Szene geworden. Seit Mitte der 90er Jahre ist Nilssen-Love auf mehr als 280 Alben vertreten – 65 davon auf seinem eigenen Label! Er war ein zentraler Bestandteil von Bands wie Peter Brötzmann Chicago Tentet, Atomic, The Thing, The Quintet, Scorch Trio, Frode Gjerstad Trio und einem Dutzend weiterer Formationen sowie ein wichtiger musikalischer Partner für Musiker wie Peter Brötzmann, Ken Vandermark, Akira Sakata, Arto Lindsay, Dave Rempis, Otomo Yoshihide, Michiyo Yagi und David Murray. Pat Metheny kürte ihn sogar zum nächsten Präsidenten Norwegens, nachdem sie 2001 gemeinsam beim Molde Jazzfestival aufgetreten waren.
Nilssen-Love war 2009 in Äthiopien. Diese Reise wurde für ihn zu einem Meilenstein. 
Eine weitere Reise, die Nilssen-Love prägen sollte, führt ihn nach Brasilien 2013. Im Laufe der Jahre hat er zahlreiche Kontakte im ganzen Land geknüpft und sich tief in die traditionelle Musik des Landes eingearbeitet, im Nordosten, Salvador Bahia, São Paulo und Rio. Einigel Alben sind aus Kooperationen in Brasilien entstanden (Bota Fogo, Duos mit Arto Lindsay, Kiko Dinucci, Negro Leo, Paulinho Bicolors Beitrag bei Large Unit).
Paals Faszination für traditionelle Musik hat ihn auch nach Japan geführt.
Seitdem hat Paal nun eine Reihe von Paiste-Becken und -Gongs in sein Schlagzeug aufgenommen. 
Nilssen-Love komponiert ebenso viel, wie er Konzerte gibt und er sieht dies als etwas, das Hand in Hand geht. Er komponiert für Large Unit, Extra Large Unit, PNL Circus, das Murray/Flaten/Nilssen-Love-Trio, das Venter/Grönberg/Vågan/Nilssen-Love-Quartett sowie für Solo-Gong. Er war 2023 Artist in Residence bei Sildajazz und erhielt einen Auftrag für das Sildajazz-Festival in Haugesund für 2025. Derzeit arbeitet er an einem Auftrag für das VestNorskJazzEnsemble, das 2026 beim Nattjazz aufgeführt werden soll.
Zwischen Tourneen und Aufnahmen engagiert sich Paal Nilssen-Love auch in der Musikszene von Oslo. Er gründete 2002 das All-Ears-Festival, das er bis 2016 leitete, bevor er die Leitung weitergab. Außerdem rief er 2010 das Blow-Out-Festival ins Leben, das bis heute als jährliche Veranstaltung stattfindet. Er ist zudem Gründer des neuen Festivals in Nesodden namens FRAM Kunstfest, das alle kreativen Kunstformen umfasst. Wie bereits erwähnt, betreibt er seit 2007 sein eigenes Plattenlabel, PNL Records.

Philipp Gropper/D- Saxophon
Luis Vicente/PT – Trompete
Kit Downes/GB – Piano
Shahzad Ismaily/US – Bass
Hamid Drake/US – Schlagzeug

Philipp Gropper/D- Saxophon Luis Vicente/PT - Trompete Kit Downes/GB - Piano Shahzad Ismaily/US - Bass Hamid Drake/US - Schlagzeug

Fotos: Gropper (by Joze Balas), Vicente (by Luis Vicente), Downes (by Juliane Schuetz), Ismaily (by Mary Rozzi), Drake (by Ziga Koritnik)

20:30 Gropper – Drake – Vicente – Downes – Ismaily

Eine wilde Mischung exzellenter Meister auf ihrem Instrument. Nie in dieser Konstellation gespielt, ein improvisatorisches Feuerwerk wird gezündet.

Philipp Gropper (Tenorsaxophon, Sopransaxophon, Komposition) wurde 1978 in Berlin geboren und begann mit sieben Jahren Saxophon zu spielen.
Seit seinem Studium des Jazzsaxofons bei Jerry Granelli an der UdK Berlin und zwei Jahren in der Konzertbesetzung des Bujazzo’s arbeitet er konsequent als freischaffender Saxofonist und Komponist und widmet den größten Teil seiner Zeit der Entwicklung und Verwirklichung seiner musikalischen Ideen.
2003 gründete er mit Ronny Graupe und Christian Lillinger das Trio HYPERACTIVE KID, 2012 sein Quartet PHILM, aktuell mit Elias Stemeseder, Robert Landfermann und Leif Berger, und 2013, wiederum eine gänzlich andere musikalische Welt erkundend, die elektroakustische Band TAU5 mit Philipp Zoubek, Petter Eldh, Ludwig Wandinger und Moritz Baumgärtner. Eine weitere kollektive Band startete er 2020 mit Grischa Lichtenberger und Gaia Mattiuzzi.
Konzerte mit diesen Bands und als Sideman führten ihn in über 40 Länder Europas, Afrikas, Asiens und Nord – und Südamerikas. Er hatte die Ehre, mit so wundervollen Musikerinnen und Musikern wie Ralph Towner, Jim Black, Bobby McFerrin, Kresten Osgood, Nasheet Waits, Evi Filippou, Olaf Rupp, Ceylan Ertem, Maria Joao, Paulo Cardoso, James Knapp, Kaja Drachsler, Kit Downes, Dan Nicholls, Günter Baby Sommer, Axel Dörner, Mat Maneri, Matthew Herbert, Changuito, DJ IllVibe, Bilderbuch, Marc Ducret, Nils Petter Molvaer, Ibadet Ramadani, SEEED, Peter Evans und vielen anderen die Bühne zu teilen.
Als Sidemann spielt er mit Wanja Slavin’s Lotus Eaters, Pablo Held’s Glow, The Killing Popes, Home Stretch, im European Movement Jazz Orchester u.v.a.
Philipp Gropper spielte über 60 Alben ein und ist Preisträger verschiedener Wettbewerbe.
Im Zusammenhang mit seiner musikalischen Arbeit engagiert er sich in gesellschaftlichen und kulturpolitischen Fragen, er sieht Gemeinschaft und kollektive Arbeit als Antwort auf viele Probleme und Weg in die Zukunft. So war er u.a. maßgeblich beteiligt an der Gründung der IG Jazz Berlin, des Vereins zur Rettung des Musikhauses Forsterstraße, einer deutschlandweiten Initiative zum Thema Klassismus in der Musik und der Meta-Community „Future Bloom“, der Erneuerung der DJU, er ist Mitglied im Jazzkollektiv Berlin und im Future Bash Collective.
Egal wohin seine Musik sich entwickelt und wie sie klingt – Philipp Gropper sieht diese immer als Auseinandersetzung mit afroamerikanischer Musik.
(https://philippgropper.com/#/home)

Luís Vicente ist ein portugiesischer Trompeter, der in den letzten zehn Jahren ein intensives und vielfältiges Schaffen vorzuweisen hat.
In den letzten Jahren hat er sich eine solide Karriere aufgebaut, ist durch ganz Europa, Nordamerika und China gereist, hat sich an den dynamischsten Musikszenen beteiligt
und mehr als 50 Alben als Bandleader und Begleitmusiker aufgenommen. Journalisten und Kritiker haben über seine Musik geschrieben und seine Einzigartigkeit als Musiker und
Komponist gewürdigt. Luís Vicente
Vicente leitet ein Trio mit Gonçalo Almeida und Pedro Melo Alves; er ist Teil eines Quartetts an der Seite der legendären
Musiker William Parker, John Dikeman und Hamid Drake; und 2023 veröffentlichte er mit Unterstützung von DGArtes „House in
the Valley“, sein Debütalbum mit dem 4tet, auf dem John Dikeman, William Parker und Onno Govaert zu hören sind.

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Kit Downes ist ein mit dem BBC Jazz Award ausgezeichneter und für den Mercury Music Award nominierter Solokünstler, der bei ECM Records unter Vertrag steht. Er tourte weltweit und spielte Klavier, Kirchenorgel und Harmonium sowohl mit seinen eigenen Bands („ENEMY“, „Troyka“ und „Elt“) als auch mit Künstlern wie Squarepusher, Bill Frisell, Andrew Cyrille, Sofia Jernberg, Benny Greb, Mica Levi und Sam Amidon.
Als Organist an der St. Peter Mancroft Church in Norwich aufgewachsen, lebt er heute in Berlin und gibt Solokonzerte auf der Pfeifenorgel und am Klavier – außerdem spielt er in Kooperationen mit dem Saxophonisten Tom Challenger, der Cellistin Lucy Railton, dem Komponisten Shiva Feshareki, dem Saxophonisten Ben van Gelder und mit der Band „ENEMY“ (mit Petter Eldh und James Maddren).
Derzeit arbeitet er zudem mit dem Geiger Aidan O’Rourke, dem Schlagzeuger Seb Rochford, dem Komponisten Max de Wardener sowie im Orgeltrio „Deadeye“ mit Reinier Baas und Jonas Burgwinkel. Er hat Auftragswerke für das Cheltenham Music Festival, das London Contemporary Orchestra, das Bieler Orgel-Festival, das Ensemble Klang beim ReWire Festival, das Scottish Ensemble, die Kölner Philharmonie und den Wellcome Trust komponiert. Von 2017 bis 2018 trat er zudem im Rahmen der National-Theatre-Produktion von „Network“ mit dem Schauspieler Bryan Cranston auf. Er gab Solokonzerte auf der Orgel in der Elbphilharmonie in Hamburg, im Kathedral von Lausanne, im Flagey in Brüssel, in der Royal Albert Hall in London sowie in der Southbank Royal Festival Hall, beim Rochester Jazz Festival (USA), in St. Olaf’s in Minneapolis (USA), im Stavanger Konserthus, im Musikhuset der Philharmonie Aarhus, beim Darmstädter Orgelfestival, beim Stuttgarter Orgelfestival, in der Laurenskerke in Rotterdam, im Orgelpark in Amsterdam, in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche beim Berliner Jazzfestival und bei den BBC Proms, um nur einige zu nennen.
Er ist Fellow an der Royal Academy of Music in London, wo er selbst studiert hat und nun unterrichtet. Zweimal wurde er in der Downbeat-Kritikerumfrage
in den Kategorien „Rising Star“ für Orgel und Keyboard mit dem 1. Platz ausgezeichnet, und seine ECM-Alben „Obsidian“, „Dreamlife of Debris“ und „Vermillion“ wurden mit großem Erfolg veröffentlicht.

Shahzad Ismaily ist ein in Brooklyn ansässiger Multiinstrumentalist, Produzent, Komponist und Toningenieur. Er wurde in Harrisburg, Pennsylvania, als Sohn pakistanischer Einwanderer geboren. Eine diagnostizierte ektodermale Dysplasie hat Ismailys Fähigkeit zu hören, durchzuhalten, zu komponieren und zusammenzuarbeiten tiefgreifend beeinflusst. Seit seinem Umzug nach New York City im Jahr 2000 ist Ismaily ein prägendes Mitglied der Musikszene.
Der für einen Grammy nominierte Künstler beschäftigt sich mit Improvisation, Tonartwechseln und rhythmischen Abläufen und hat bereits mit zahlreichen nationalen und internationalen Musikern zusammengearbeitet. Sein Schaffen umfasst eine breite Palette an Instrumenten – vom E-Bass über Gitarre, Schlagzeug und Percussion bis hin zu Synthesizern und verschiedenen Klangobjekten, die er auf seinen Reisen gesammelt hat.
Er hat zudem an Filmen, Klanginstallationen, Performance-Kunst und Tanzstücken mitgewirkt, darunter der für den Oscar nominierte und beim Sundance Film Festival ausgezeichnete Film „Frozen River“ sowie Ragnar Kjartanssons Installation „The Visitors“. Von der „New York Times“ als „Lieblingsmusiker der Musikfans“ bezeichnet, hat er mit einer vielfältigen Gruppe von Künstlern und Avantgarde-Musikern aufgenommen und konzertiert, darunter: Arooj Aftab, Sam Amidon, Laurie Anderson, Bonnie “Prince” Billy, Guillermo E. Brown, Nels Cline, Anthony Coleman, Bryce Dessner, Ceramic Dog, Bob Dylan, Marianne Faithfull, Faun Fables, Feist, Ben Frost, Ganavya, Milford Graves, Keiji Haino, Graham Haynes, Shelley Hirsch, Jolie Holland, Lonnie Holley, JFDR, Vijay Iyer, Eyvind Kang, Laleh Khorramian, Merope, Butch Morris, Dustin O’Halloran, Yoko Ono “Plastic Ono Band”, Beth Orton, Lou Reed, Marc Ribot, Damien Rice, Secret Chiefs 3, Colin Stetson, Laura Veirs and Love In Exile.

Hamid Drake wird von vielen als brillanter, einfühlsamer, unendlich rhythmischer und intelligenter Schlagzeuger und Percussionist angesehen.
Er arbeitete früh mit Fred Anderson, einem Mitgründer der AACM, sowie damals junge Größen wie George Lewis und Douglass Ewart zusammen. Hamids fließender rhythmischer Ausdruck und sein Interesse an den Wurzeln der Musik brachten andere gleichgesinnte Musiker in einem Konzert- und Bildungskollektiv namens Mandingo Griot Society zusammen, das traditionelle afrikanische Musik (insbesondere aus den Mandingo sprechenden Gebieten Westafrikas) und Erzählungen mit deutlich amerikanischen Einflüssen verband. Hier war auch der Trompeter Don Cherry zaktiv, der Hamids Leben nicht nur musikalisch, sondern auch spirituell tiefgreifend geprägt hat.
Ein weiterer sehr wichtiger musikalischer Einfluss in Hamids prägenden Jahren war sein erster Tabla-Lehrer Paul Raman (Raman Papaiah).
Hamid Drake beschäftigte sich intensiv mit dem Schlagzeug, auch mit Stilen aus der östlichen Karibik, was ihn zu einer tiefen Auseinandersetzung mit Reggae führte.
Zu den weiteren Musikern, mit denen Hamid zusammengearbeitet hat, gehören Archie Shepp, David Murray, Bill Laswell, Jamie Saft, Sabir Mateen, Joe McPhee, Jim Pepper, Dewey Redman, Adam Rudolph, Pharoah Sanders, Foday Musa Suso, John Tchicai, Dave Leibman, Irene Schweizer, Michel Portal, Iva Bittova, Nicole Mitchell, Zahra Glenda Baker, Amina Claudine Meyers, Josh Abrams, Pasquale Mirra, den italienischen Saxophonisten und Komponisten Daniele Sepe, Antonello Salis, Paolo Angeli, Gavino Murgia, das Orchestra Maggio Fiorentino und fast alle Mitglieder der AACM. Und natürlich einer seiner ältesten Freunde und Weggefährten, der Perkussionist und Komponist Adam Rudolph.
Hamid gewann 2009 den Jazz Journalist Award und wurde 2006, 2010, 2017, 2018 und 2019 in der Downbeat Critics Poll zum besten Percussionisten gewählt. Im Jahr 2017 wurde ihm der Titel „Chevalier des Arts et des Lettres“ verliehen.

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Lucy Railton/GB – Cello, electronics
Jan Bang/NO – live sampling, programming
Eivind Aarset/NO – Gitarre, electronics

Fotos: Railton (by Cristina Marx), Bang (by Alf Solbakken), Aarset (by Hans Fredrik Asbjørnsen)

22:00 Railton – Bang – Aarset

Am späteren Abend wird es elektronisch. Die britische Cellistin Lucy Railton, klassisch geprägt und dann sukzessive auch in der Improvisations- und elektronischen Musik unterwegs, trifft auf das eingespielte nordische Elektronik-Tüftler-Duo Jan Bang und Eivind Aarset.

Lucy Railton, lebt in Berlin und London, ist seit 2008 als Performerin, Programmgestalterin und Musikerin tätig und hat Alben bei Modern Love, Editions Mego – GRM Portraits, PAN, ECM, Shelter Press und Takuroku veröffentlicht. Im Laufe der Jahre trat sie gemeinsam mit Künstlern aus verschiedenen Disziplinen auf und nahm mit ihnen Alben auf, darunter Kit Downes, Catherine Lamb, Rebecca Salvadori, Peter Zinovieff, Beatrice Dillon, Kali Malone, Sofia Jernberg, Christian Lillinger, Rhodri Davies, das Soundwalk Collective mit Patti Smith, Alison Knowles, die Tate Modern, Blank Forms, das ICA, das Harmonic Space Orchestra und das Ever Present Orchestra. Sie erhielt Aufträge von Somerset House, dem Borealis Festival und dem INA GRM in Paris und war Residentin bei EMS in Schweden sowie bei Dark Ecologies/Sonic Acts in Norwegen. Während ihrer Zeit als Co-Direktorin beim London Contemporary Music Festival und bei Kammer Klang war sie an der Präsentation von Werken von Maryanne Amacher und Henning Christiansen sowie an vielen anderen Produktionen beteiligt.

Jan Bang (geb. 1968) ist ein norwegischer Musiker und Plattenproduzent, bekannt durch mehrere Soloalben unter seinem eigenen Namen und langjährige Kooperationen mit Musikern wie Eivind Aarset, Hamid Drake, Sidsel Endresen, Jon Hassell, Arve Henriksen, Nils Petter Molvær, Sly & Robbie, David Sylvian, Tigran Hamasyan und dem Ensemble Modern.
Jan Bang arbeitet seit 1986 mit Erik Honoré zusammen. Gemeinsam gründeten sie 2005 das Punkt-Festival. Er ist einer der versiertesten und einflussreichsten Produzenten Norwegens, und der Beiname „Elektronik-Zauberer“ haftet ihm schon seit langem an – und das aus gutem Grund. Bang ist jene Art von musikalischem Innovator und Brückenbauer, dem es stets gelingt, progressives Denken mit populärer Anziehungskraft in Einklang zu bringen. Er ist stets auf der Suche nach Wegen, Musik und Menschen voranzubringen, indem er neue Treffpunkte und musikalische Schnittstellen schafft.
Jan Bangs Album „Reading the Air“, das im Januar 2024 erschien, gewann den renommierten Deutschen Schallplattenkritikerpreis (2. Platz) in der Kategorie „Elektronik & Experiment“.
(https://janbang.org)

Eivind Aarset ist ein Gitarrist mit einer einzigartigen musikalischen Vision, der alle Arten von Musik in sich aufnimmt und widerspiegelt, dabei jedoch einen beneidenswerten Individualismus und eine hohe handwerkliche Qualität bewahrt, die von stiller Intimität bis hin zu glühender Intensität reichen kann. Er ist ein Musiker, dem die schwierige Aufgabe gelungen ist, einen sofort wiedererkennbaren Sound zu kreieren und diesen mit dem Willen zu verbinden, so viele musikalische Möglichkeiten wie möglich zu erforschen, die er finden oder sich vorstellen kann. Sein Debüt als Bandleader bei Jazzland Recordings wurde von der New York Times als „eines der besten Post-Miles-Elektro-Jazz-Alben“ beschrieben, und er hat sich durch Aufnahmen und Live-Auftritte weiterhin internationale Anerkennung erworben.
Als einer der gefragtesten Gitarristen Norwegens hat Eivind Aarset unter anderem mit Jon Hassell, David Sylvian, Laurie Anderson, Bill Laswell, Sly & Robbie, Tigran Hamasyan, Michiyo Yagi, Jan Garbarek, Michele Rabbia, Marilyn Mazur, Andy Sheppard, Jan Bang und Arve Henriksen zusammengearbeitet. Er hat mit der Band von Nils Petter Molvaer zusammengearbeitet (und war auf allen Alben von Molvaer bis 2010 zu hören, darunter auch auf dem Durchbruchalbum „Khmer“). Nicht zuletzt pflegt er eine langjährige Zusammenarbeit mit Dhafer Youssef, sowohl live als auch im Studio.
Aarset hat 17 Alben als Bandleader und Co-Bandleader veröffentlicht.

Anushka Chkheidze/GE – electronics

Foto: Chkheidze (by Levan Maisuradze)

23:00 Electronic set

Den Abschluss des Abends macht die georgische Musikerin Anushka Chkheizde. Als eine der größten musikalischen Talente ihres Landes, kombiniert Sie verschiedene elektronische Texturen, Minimalsequenzen, komplexe Rhythmen zu einem musikalischen Ganzen.

Anushka Chkheidze, 1997 in Tiflis geborene georgische Künstlerin, gilt weit über die Grenzen ihres Landes hinaus als eines der vielversprechendsten Talente. Aufgewachsen in dem kleinen Dorf Kharagauli, begann sie im Alter von 11 Jahren in einem Chor zu singen. Sie beschreibt diese Zeit als magisch und ist überzeugt, dass ihre Musik stark von diesen Kindheitsjahren geprägt ist.
Anushka Chkheidze prägt eine neue Welle zeitgenössischer kaukasischer Musik. Sie bewegt sich an der Schnittstelle von elektronischer Musik, elektroakustischer Komposition und experimenteller Pop-Ästhetik. Ihre Werke verbinden zarte Texturen, komplexe rhythmische Strukturen und eine unverwechselbare klangliche Sensibilität.
Durch ihre Solo-Live-Sets erschafft Anushka Chkheidze eine immersive Welt aus Minimalismus und IDM, in der sie ruhige Synthesizerklänge mit komplexen Rhythmen verbindet und sich damit als eine der markantesten Stimmen der aufstrebenden georgischen Elektronikszene etabliert.
Seit 2019 hat sie mehrere Tracks und Alben veröffentlicht.
Anushka Chkheidze ist regelmäßig zu Gast bei internationalen genreübergreifenden Festivals, wo sie nicht nur als Solokünstlerin auftritt, sondern auch in verschiedenen Konstellationen (wie mit dem US-Trompeter Peter Evans und der schottischen Musikerin Brìghde Chaimbeul, dem niederländischen Perkussionisten Jonathan Bonny oder dem georgischen Schlagzeuger Daniel Adikashvili) sowie mit ortsspezifischen Klanginstallationen wie „Lost Lullaby“, „Monheim Triennale 2023“ / See Me Tatort Paderborn 2025 / Hacked Voices Situations @ Darmstädter Sommerkurse 2025).
Anushka Chkheidzes Komposition für eine MIDI-Orgel mit dem Titel „Intricate Pipes“ wurde gemeinsam von der Monheim Triennale und dem Gaudeamus Festival in Auftrag gegeben und 2025 uraufgeführt.
Anushka Chkheidze lebt derzeit in Utrecht, Niederlande.

So, 04.10.26 Alte Nikolaikirche

Luís Vicente/PT – Trompete

Luís Vicente

11:30 Uhr Solo Trompete 3 
Luís Vicente – Trompete

In der europäischen Improvszene gefragt und aktiv wie kaum ein anderer, der portugiesische Trompeter Luis Vicente beschließt die Soloreihe „Trompete“.

Luís Vicente ist ein portugiesischer Trompeter, der in den letzten zehn Jahren ein intensives und vielfältiges Schaffen vorzuweisen hat.
In den letzten Jahren hat er sich eine solide Karriere aufgebaut, ist durch ganz Europa, Nordamerika und China gereist, hat sich an den dynamischsten Musikszenen beteiligt und mehr als 50 Alben als Bandleader und Begleitmusiker aufgenommen. Journalisten und Kritiker haben über seine Musik geschrieben und seine Einzigartigkeit als Musiker und Komponist gewürdigt. Luís Vicente
Vicente leitet ein Trio mit Gonçalo Almeida und Pedro Melo Alves; er ist Teil eines Quartetts an der Seite der legendären Musiker William Parker, John Dikeman und Hamid Drake; und 2023 veröffentlichte er mit Unterstützung von DGArtes „House in the Valley“, sein Debütalbum mit dem 4tet, auf dem John Dikeman, William Parker und Onno Govaert zu hören sind.

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So, 04.10.26 Nebbiensches Gartenhaus

Carme Lόpez Fernández/ESP – Gaita gallega

Foto: Carme Lopez (by Eva Pombo)

15:00 Carme Lόpez Fernández/ESP – Gaita gallega

Eine ganz besondere Darbietung: aus der galizischer Musiktradition kommend, präsentiert Carme Lopez ihr traditionelles Instrument Dudelsack auf eine zeitgenössische Spielweise

Carme López Fernández (Galicien, 1992) verfügt über Abschlüsse in Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Musik (USC), in Interpretation traditioneller und volkstümlicher Musikinstrumente aus Galicien (CSMV), über einen Master in Interpretation und Musikforschung (VIU) sowie einen Doktortitel der UDC mit einer Dissertation mit dem Titel „Zusammenstellung, Analyse und didaktische Nutzung des Vokalrepertoires mit Handpercussion-Begleitung im Rahmen der Erforschung des immateriellen Kulturerbes Galiciens anhand eines repräsentativen Fallbeispiels“.
Derzeit ist Carme López Dozentin am Lehrstuhl für Musikpädagogik der Fakultät für Kulturwissenschaften im Bildungswesen (USC). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen vor allem auf der Musik der mündlichen Überlieferung und deren Zusammenhang mit Ethnomusikologie, der Genderperspektive und Pädagogik.
Als Musikerin war sie Mitglied von Gruppen wie Os Minhotos, Raiceira oder dem galizischen Volksorchester Sondeseu, mit denen sie auch mehrere Aufnahmen veröffentlicht hat. Sie hat an verschiedenen Wettbewerben für traditionelle Musik (Dudelsack-Solo, Dudelsack-Quartett und Gesang) teilgenommen und dabei mehrere Preise gewonnen.
In ihrer Solokarriere hat Carme López kürzlich „Quintela“ (WarmWinters Ltd., 2024), experimentelle Musik mit Dudelsack, sowie unter dem Namen Carmela „Vinde todas“ (Microscopi, 2024) veröffentlicht, ein Album über Musik aus der mündlichen Überlieferung.
Carme López ist Musikerin, Dozentin und Forscherin auf dem Gebiet der traditionellen mündlich überlieferten Musik Galiciens. Beeinflusst vom Ansatz von Komponistinnen wie Éliane Radigue und Pauline Oliveros schafft die spanische Musikerin sich langsam entwickelnde Klanglandschaften und lotet die klanglichen Möglichkeiten des Dudelsacks bis an ihre absoluten Grenzen aus.

So, 04.10.26 KunstKulturKirche Allerheiligen

Anushka Chkheidze/GE – electronics
Kit Downes/GB – Orgel
Lucy Railton/GB – Cello, electronics

Fotos: Chkeidze (by Levan Maisuradze), Downes (by Juliane Schütz), Railton (by Cristina Marx)

17:00 Uhr Chkheidze – Downes – Railton

Kit Downes, preisgekrönt mit dem Britisch und BBC Jazz Award und Deutschen Jazzpreis, begibt sich in Interaktion mit den jungen Musiker*innen Lucy Railton und Anushka Chkheidze. Elektroakustisches trifft die Vielfalt zeitgenössischer Orgelklänge.

Anushka Chkheidze, 1997 in Tiflis geborene georgische Künstlerin, gilt weit über die Grenzen ihres Landes hinaus als eines der vielversprechendsten Talente. Aufgewachsen in dem kleinen Dorf Kharagauli, begann sie im Alter von 11 Jahren in einem Chor zu singen. Sie beschreibt diese Zeit als magisch und ist überzeugt, dass ihre Musik stark von diesen Kindheitsjahren geprägt ist.
Anushka Chkheidze prägt eine neue Welle zeitgenössischer kaukasischer Musik. Sie bewegt sich an der Schnittstelle von elektronischer Musik, elektroakustischer Komposition und experimenteller Pop-Ästhetik. Ihre Werke verbinden zarte Texturen, komplexe rhythmische Strukturen und eine unverwechselbare klangliche Sensibilität.
Durch ihre Solo-Live-Sets erschafft Anushka Chkheidze eine immersive Welt aus Minimalismus und IDM, in der sie ruhige Synthesizerklänge mit komplexen Rhythmen verbindet und sich damit als eine der markantesten Stimmen der aufstrebenden georgischen Elektronikszene etabliert.
Seit 2019 hat sie mehrere Tracks und Alben veröffentlicht.
Anushka Chkheidze ist regelmäßig zu Gast bei internationalen genreübergreifenden Festivals, wo sie nicht nur als Solokünstlerin auftritt, sondern auch in verschiedenen Konstellationen (wie mit dem US-Trompeter Peter Evans und der schottischen Musikerin Brìghde Chaimbeul, dem niederländischen Perkussionisten Jonathan Bonny oder dem georgischen Schlagzeuger Daniel Adikashvili) sowie mit ortsspezifischen Klanginstallationen wie „Lost Lullaby“, „Monheim Triennale 2023“ / See Me Tatort Paderborn 2025 / Hacked Voices Situations @ Darmstädter Sommerkurse 2025).
Anushka Chkheidzes Komposition für eine MIDI-Orgel mit dem Titel „Intricate Pipes“ wurde gemeinsam von der Monheim Triennale und dem Gaudeamus Festival in Auftrag gegeben und 2025 uraufgeführt.
Anushka Chkheidze lebt derzeit in Utrecht, Niederlande.

Kit Downes ist ein mit dem BBC Jazz Award ausgezeichneter und für den Mercury Music Award nominierter Solokünstler, der bei ECM Records unter Vertrag steht. Er tourte weltweit und spielte Klavier, Kirchenorgel und Harmonium sowohl mit seinen eigenen Bands („ENEMY“, „Troyka“ und „Elt“) als auch mit Künstlern wie Squarepusher, Bill Frisell, Andrew Cyrille, Sofia Jernberg, Benny Greb, Mica Levi und Sam Amidon.
Als Organist an der St. Peter Mancroft Church in Norwich aufgewachsen, lebt er heute in Berlin und gibt Solokonzerte auf der Pfeifenorgel und am Klavier – außerdem spielt er in Kooperationen mit dem Saxophonisten Tom Challenger, der Cellistin Lucy Railton, dem Komponisten Shiva Feshareki, dem Saxophonisten Ben van Gelder und mit der Band „ENEMY“ (mit Petter Eldh und James Maddren).
Derzeit arbeitet er zudem mit dem Geiger Aidan O’Rourke, dem Schlagzeuger Seb Rochford, dem Komponisten Max de Wardener sowie im Orgeltrio „Deadeye“ mit Reinier Baas und Jonas Burgwinkel. Er hat Auftragswerke für das Cheltenham Music Festival, das London Contemporary Orchestra, das Bieler Orgel-Festival, das Ensemble Klang beim ReWire Festival, das Scottish Ensemble, die Kölner Philharmonie und den Wellcome Trust komponiert. Von 2017 bis 2018 trat er zudem im Rahmen der National-Theatre-Produktion von „Network“ mit dem Schauspieler Bryan Cranston auf. Er gab Solokonzerte auf der Orgel in der Elbphilharmonie in Hamburg, im Kathedral von Lausanne, im Flagey in Brüssel, in der Royal Albert Hall in London sowie in der Southbank Royal Festival Hall, beim Rochester Jazz Festival (USA), in St. Olaf’s in Minneapolis (USA), im Stavanger Konserthus, im Musikhuset der Philharmonie Aarhus, beim Darmstädter Orgelfestival, beim Stuttgarter Orgelfestival, in der Laurenskerke in Rotterdam, im Orgelpark in Amsterdam, in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche beim Berliner Jazzfestival und bei den BBC Proms, um nur einige zu nennen.
Er ist Fellow an der Royal Academy of Music in London, wo er selbst studiert hat und nun unterrichtet. Zweimal wurde er in der Downbeat-Kritikerumfrage
in den Kategorien „Rising Star“ für Orgel und Keyboard mit dem 1. Platz ausgezeichnet, und seine ECM-Alben „Obsidian“, „Dreamlife of Debris“ und „Vermillion“ wurden mit großem Erfolg veröffentlicht.
(www.kitdownes.com)

Lucy Railton, lebt in Berlin und London, ist seit 2008 als Performerin, Programmgestalterin und Musikerin tätig und hat Alben bei Modern Love, Editions Mego – GRM Portraits, PAN, ECM, Shelter Press und Takuroku veröffentlicht. Im Laufe der Jahre trat sie gemeinsam mit Künstlern aus verschiedenen Disziplinen auf und nahm mit ihnen Alben auf, darunter Kit Downes, Catherine Lamb, Rebecca Salvadori, Peter Zinovieff, Beatrice Dillon, Kali Malone, Sofia Jernberg, Christian Lillinger, Rhodri Davies, das Soundwalk Collective mit Patti Smith, Alison Knowles, die Tate Modern, Blank Forms, das ICA, das Harmonic Space Orchestra und das Ever Present Orchestra. Sie erhielt Aufträge von Somerset House, dem Borealis Festival und dem INA GRM in Paris und war Residentin bei EMS in Schweden sowie bei Dark Ecologies/Sonic Acts in Norwegen. Während ihrer Zeit als Co-Direktorin beim London Contemporary Music Festival und bei Kammer Klang war sie an der Präsentation von Werken von Maryanne Amacher und Henning Christiansen sowie an vielen anderen Produktionen beteiligt.

So, 04.10.26 Brotfabrik

Alexander von Schlippenbach/D – Piano
Rudi Mahall/D – Klarinetten
Elliot Sharp/US – Gitarre
Paal Nilssen-Love/NO – Schlagzeug

Fotos: Sharp, Mahall, Aarset (by Hans Fredrik Asbjørnsen), Schlippenbach

19:00 Uhr Schlippenbach – Mahall – Sharp – Nilssen-Love

Vier Meister ihres Faches, großen Namen und Qualitäten, da kann eigentlich nichts schief gehen.

Der Pianist Alexander von Schlippenbach, einer der führenden Free-Jazz-Bandleader Europas, verbindet in seiner Musik Elemente des Free Jazz und der zeitgenössischen Klassik, wobei seine schneidenden Soli in seinen Kompositionen oft die Verbindung zwischen beiden Stilen herstellen. Schlippenbach gründete 1966 das Globe Unity Orchestra, um das Stück „Globe Unity“ aufzuführen, das von den Berliner Jazztagen in Auftrag gegeben worden war.
Er blieb dem Orchester bis in die 1980er Jahre verbunden.
Nach dem Abitur Kompositionsstudium an der Staatlichen Hochschule fuer Musik in Koeln bei Rudolf Petzold und Bernd Alois Zimmermann.
Waehrend des Studiums Pianist in den Jazzensembles von Gunter Hampel und Manfred Schoof.
1966 Gruendung des GLOBE UNITY ORCHESTERS. Seit 1970 Trio mit Evan Parker und Paul Lovens.
Duo und Theaterarbeit mit Sven Ake Johansson.Tourneen fuer das Goethe Institut in Asien, Australien und den USA Rundfunkproduktionen fuer WDR RAI und Rias Berlin. Zahlreiche Langspielplatten-und CD Veroeffentlichungen bei MPS FMP ECM ENJA und DISK UNION. 1988 Gruendung des BERLIN CONTEMPORARY JAZZ ORCHESTRA mit der kuenstlerischen Zielsetzung,neue Werke zeitgenoessicher Jazzkomponisten aufzufuehren und auf Tontraeger zu produzieren.Duo Arbeit mit Sven Ake Johansson Aki Takase Tony Oxley und Sam Rivers.In Zusammenarbeit mit Rudi Mahall und Axel Dörner Auffuehrung und Aufnahme des Gesamtwerks von Thelonius Monk beim NDR 1999.
2016 Fuenfzig Jahre Globe Unity. Jubilaeumskonzert beim Jazzfest Berlin.

Rudi Mahall begann vierzehnjährig Klarinette zu spielen. Beim Studium der klassischen Klarinette setzte er sich mit zeitgenössischer Musik und Improvisation auseinander und wechselte wegen Eric Dolphy auf die Bassklarinette. 1990 wird er professioneller Musiker.
Zu den Band-Zusammenhängen, an welchen er beteiligt war oder noch ist, gehören Der Rote Bereich (zunächst mit Frank Möbus, Marty Cook, Jim Black und Henning Sieverts) und Pro Susi, nach dem Umzug nach Berlin 1993 dann Die Enttäuschung (mit u. a. Axel Dörner, Jan Roder)[3] sowie unter anderem Fossile3 (mit Sebastian Gramss) sowie Fusk (mit Kasper Tom Christiansen, Philipp Gropper, Andreas Lang). Er war an mehreren Projekten und CDs mit Aki Takase beteiligt (u. a. über die Musik von Eric Dolphy und Fats Waller) und hat an Alexander von Schlippenbachs Gesamteinspielung des Werks von Thelonious Monk und dem Globe Unity Orchestra mitgewirkt. Darüber hinaus gab er Konzerte mit Conny Bauer, Lee Konitz, Barry Guy, Karl Berger, Paul Lovens, Sven-Åke Johansson (Six Little Pieces for Quintet, 2000), Radu Malfatti, Ed Schuller, Ray Anderson, Kenny Wheeler, Hannes Bauer und vielen anderen. Seit 1999 arbeitet er bei etlichen Projekten mit dem saarländischen Jazz-Posaunisten Christof Thewes zusammen. 2023 bildete er das Trio Mostly Monk mit Geoff Goodman und Matthieu Bordenave.
Mahall ist beim Festival Jazz à Mulhouse aufgetreten, beim Moers Festival, beim JazzFest Berlin, den Leverkusener Jazztagen und bei Jazzfestivals in New York City, Amsterdam, München, Würzburg und Nürnberg. Er hat u. a. Tourneen durch Portugal, Süd- und Ostafrika absolviert.
Rudi Mahall erhielt 2011 den SWR-Jazzpreis.
(Quelle: Wikipedia)

Elliott Sharps Komposition „Storm of the Eye“, die er für die Geigerin Hilary Hahn komponierte, erschien auf ihrem mit einem Grammy ausgezeichneten Album „In 27 Pieces“. Seine Oper „Die Grösste Fuge“ wurde im Rahmen von „Beethoven@250“ in Bonn uraufgeführt, und seine Oper „Filiseti Mekidesi“ feierte 2018 bei der RuhrTriennale Premiere. Seine Walter-Benjamin-Oper „Port Bou“ wurde 2014 in New York im Issue Project Room und 2015 in Europa im Berliner Konzerthaus uraufgeführt.
Zu seinen Klanginstallationen zählen „Foliage“, „Fluvial“, „Chromatine“ und „Tag“. Zu Sharps Kooperationspartnern gehörten der Qawwali-Sänger Nusrat Fateh Ali Khan, der Pianist Cecil Taylor, das Ensemble Modern, die Popsängerin Debbie Harry, die Blueslegenden Hubert Sumlin und Pops Staples, die Quartette Arditti, JACK und Kronos, die Jazzgrößen Jack DeJohnette und Sonny Sharrock, die Medienkünstler Christian Marclay und Pierre Huyghe, das Radio-Sinfonieorchester Frankfurt sowie Bachir Attar, Leiter der Master Musicians Of Jajouka.
Viele von Sharps Veröffentlichungen, sowohl neue als auch Archivmaterial, sind auf der Bandcamp-Seite von zOaR Records zu finden: https://zoar-records.bandcamp.com/

Paal Nilssen-Love ist einer der einflussreichsten und fleißigsten Schlagzeuger der norwegischen Jazzszene. Durch seine Arbeit in verschiedenen Bands und Ensembles sowie durch die Zusammenarbeit mit einigen der Größen des Free Jazz und des Improvisationsjazz ist er zu einer der treibenden Kräfte der rauen und energiegeladenen skandinavischen Free-Jazz-Szene geworden. Seit Mitte der 90er Jahre ist Nilssen-Love auf mehr als 280 Alben vertreten – 65 davon auf seinem eigenen Label! Er war ein zentraler Bestandteil von Bands wie Peter Brötzmann Chicago Tentet, Atomic, The Thing, The Quintet, Scorch Trio, Frode Gjerstad Trio und einem Dutzend weiterer Formationen sowie ein wichtiger musikalischer Partner für Musiker wie Peter Brötzmann, Ken Vandermark, Akira Sakata, Arto Lindsay, Dave Rempis, Otomo Yoshihide, Michiyo Yagi und David Murray. Pat Metheny kürte ihn sogar zum nächsten Präsidenten Norwegens, nachdem sie 2001 gemeinsam beim Molde Jazzfestival aufgetreten waren.
Nilssen-Love war 2009 in Äthiopien. Diese Reise wurde für ihn zu einem Meilenstein.
Eine weitere Reise, die Nilssen-Love prägen sollte, führt ihn nach Brasilien 2013. Im Laufe der Jahre hat er zahlreiche Kontakte im ganzen Land geknüpft und sich tief in die traditionelle Musik des Landes eingearbeitet, im Nordosten, Salvador Bahia, São Paulo und Rio. Einigel Alben sind aus Kooperationen in Brasilien entstanden (Bota Fogo, Duos mit Arto Lindsay, Kiko Dinucci, Negro Leo, Paulinho Bicolors Beitrag bei Large Unit).
Paals Faszination für traditionelle Musik hat ihn auch nach Japan geführt.
Seitdem hat Paal nun eine Reihe von Paiste-Becken und -Gongs in sein Schlagzeug aufgenommen.
Nilssen-Love komponiert ebenso viel, wie er Konzerte gibt und er sieht dies als etwas, das Hand in Hand geht. Er komponiert für Large Unit, Extra Large Unit, PNL Circus, das Murray/Flaten/Nilssen-Love-Trio, das Venter/Grönberg/Vågan/Nilssen-Love-Quartett sowie für Solo-Gong. Er war 2023 Artist in Residence bei Sildajazz und erhielt einen Auftrag für das Sildajazz-Festival in Haugesund für 2025. Derzeit arbeitet er an einem Auftrag für das VestNorskJazzEnsemble, das 2026 beim Nattjazz aufgeführt werden soll.
Zwischen Tourneen und Aufnahmen engagiert sich Paal Nilssen-Love auch in der Musikszene von Oslo. Er gründete 2002 das All-Ears-Festival, das er bis 2016 leitete, bevor er die Leitung weitergab. Außerdem rief er 2010 das Blow-Out-Festival ins Leben, das bis heute als jährliche Veranstaltung stattfindet. Er ist zudem Gründer des neuen Festivals in Nesodden namens FRAM Kunstfest, das alle kreativen Kunstformen umfasst. Wie bereits erwähnt, betreibt er seit 2007 sein eigenes Plattenlabel, PNL Records.

Marta Warelis/PL – Piano
Camila Nebbia/ARG – Saxophon
Philipp Gropper/D – Saxophon
Jan Bang/NO – live sampling, programming
Eivind Aarset/NO – Gitarre, electronics
Shahzad Ismaily/US – Bass
Hamid Drake/US – Schlagzeug

Foto: Warelis, Nebbia (by Frank Schindelbeck), Gropper (by Joze Balas), Bang (by Alf Solbakken), Aarset (by Hans Fredrik Asbjørnsen), Ismaily (by Mary Rozzi), Drake (by Ziga Koritnik)

20:30 Uhr Warelis – Nebbia – Gropper – Bang – Aarset – Ismaily – Drake

Zum Abschluss des Festivals treffen in einer großen Formation nochmal verschiedene musikalische Prägungen aufeinander, ein abschließendes musikalisches „Potpourri“.

Die Pianistin Marta Warelis ist eine dynamische Künstlerin mit einer ausgeprägten Vorliebe für Improvisation und Experimentierfreude in allen Genres. Sie strebt stets danach, auf der Grundlage neuer Klänge und Einflüsse spontan zu komponieren. Ihre Arbeit schöpft Inspiration aus Musik aus aller Welt, darunter angolanische Tanzmusik, Jazz, westliche klassische Musik und die verschiedenen Schulen der freien Improvisation.
Marta ist in Polen geboren und aufgewachsen und zog 2010 nach Groningen, um am Prince-Claus-Konservatorium zu studieren. Im Jahr 2014 fand sie ihren Platz in Amsterdam und wurde sehr schnell zu einem aktiven Mitglied der lokalen Improvisationsszene. Marta trat regelmäßig im Bimhuis auf, wo ihr 2017 als Anerkennung für ihr bemerkenswertes Talent eine „Carte Blanche“ verliehen wurde. Im Jahr 2019 wurde sie Mitglied des Doek Collective, das Möglichkeiten für Experimente, Forschung und Auftritte schafft. Sie steht gemeinsam mit einer Vielzahl kreativer Musiker auf der Bühne, darunter Wilbert de Joode, Dave Douglas, Ab Baars, Ingebrigt Haker Flaten, Ken Vandermark, Andy Moor, Frank Rosaly sowie mit den Gruppen Omawi, Hupata!, Dust Bunny, Kaja Drakslers „matter 100“, Ruidoscuro, John Dikemans „OAonTI“, Knarr, Televizyon, PolyBand, Bazooka und vielen anderen.
(martawarelis.com)

Camila Nebbia aus Buenos Aires, die in Berlin lebt, ist Saxophonistin, Komponistin, Improvisatorin, bildende Künstlerin und Kuratorin. Das Magazin „Jazz PT“ bezeichnet sie als „eine der bedeutendsten Saxophonistinnen unserer Zeit“.
Ihr Soloalbum „una ofrenda a la ausencia“ (Relative Pitch Records) wurde vom „NYC Jazz Record“ als „ein von Natur aus menschliches und persönliches Album, das die Zuhörer mit einer leidenschaftlichen Herangehensweise an den Jazz überrascht“ beschrieben.
Sie trat bereits mit Künstlern wie Marilyn Crispell, Michael Formanek, Angelica Sanchez, Lesley Mok, Kit Downes, Chris Corsano, John Edwards, Mark Sanders und vielen anderen auf.
Zu ihren aktuellen Projekten gehören: Nebbia/Downes/Lisle „Exhaust“ mit Kit Downes & Andrew Lisle, das Duo Camila Nebbia & Angelica Sanchez, Camila Nebbia solo, Camilas Sextett „The Hanged One“, „Presencia“ mit James Banner und Max Andrzejewski, DaughterDaughter mit Amalie Dahl, Elisabeth Coudoux & Sun-mi Hong sowie weitere Projekte.
Ihr Schaffen erstreckt sich über improvisierte und komponierte Musik, kollaborative Praktiken, Super-8-Film und audiovisuelle Performance und bildet so eine Konstellation miteinander vernetzter Praktiken.
Sie wurde 2024, 2025 und 2026 für den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie Holzblasinstrumente sowie 2026 für das Album des Jahres nominiert.
Camila Nebbia wird von D’Addario Woodwinds unterstützt.

(https://camilanebbia.com; 
https://camilanebbia.bandcamp.com/)

Philipp Gropper (Tenorsaxophon, Sopransaxophon, Komposition) wurde 1978 in Berlin geboren und begann mit sieben Jahren Saxophon zu spielen.
Seit seinem Studium des Jazzsaxofons bei Jerry Granelli an der UdK Berlin und zwei Jahren in der Konzertbesetzung des Bujazzo’s arbeitet er konsequent als freischaffender Saxofonist und Komponist und widmet den größten Teil seiner Zeit der Entwicklung und Verwirklichung seiner musikalischen Ideen.
2003 gründete er mit Ronny Graupe und Christian Lillinger das Trio HYPERACTIVE KID, 2012 sein Quartet PHILM, aktuell mit Elias Stemeseder, Robert Landfermann und Leif Berger, und 2013, wiederum eine gänzlich andere musikalische Welt erkundend, die elektroakustische Band TAU5 mit Philipp Zoubek, Petter Eldh, Ludwig Wandinger und Moritz Baumgärtner. Eine weitere kollektive Band startete er 2020 mit Grischa Lichtenberger und Gaia Mattiuzzi.
Konzerte mit diesen Bands und als Sideman führten ihn in über 40 Länder Europas, Afrikas, Asiens und Nord – und Südamerikas. Er hatte die Ehre, mit so wundervollen Musikerinnen und Musikern wie Ralph Towner, Jim Black, Bobby McFerrin, Kresten Osgood, Nasheet Waits, Evi Filippou, Olaf Rupp, Ceylan Ertem, Maria Joao, Paulo Cardoso, James Knapp, Kaja Drachsler, Kit Downes, Dan Nicholls, Günter Baby Sommer, Axel Dörner, Mat Maneri, Matthew Herbert, Changuito, DJ IllVibe, Bilderbuch, Marc Ducret, Nils Petter Molvaer, Ibadet Ramadani, SEEED, Peter Evans und vielen anderen die Bühne zu teilen.
Als Sidemann spielt er mit Wanja Slavin’s Lotus Eaters, Pablo Held’s Glow, The Killing Popes, Home Stretch, im European Movement Jazz Orchester u.v.a.
Philipp Gropper spielte über 60 Alben ein und ist Preisträger verschiedener Wettbewerbe.
Im Zusammenhang mit seiner musikalischen Arbeit engagiert er sich in gesellschaftlichen und kulturpolitischen Fragen, er sieht Gemeinschaft und kollektive Arbeit als Antwort auf viele Probleme und Weg in die Zukunft. So war er u.a. maßgeblich beteiligt an der Gründung der IG Jazz Berlin, des Vereins zur Rettung des Musikhauses Forsterstraße, einer deutschlandweiten Initiative zum Thema Klassismus in der Musik und der Meta-Community „Future Bloom“, der Erneuerung der DJU, er ist Mitglied im Jazzkollektiv Berlin und im Future Bash Collective.
Egal wohin seine Musik sich entwickelt und wie sie klingt – Philipp Gropper sieht diese immer als Auseinandersetzung mit afroamerikanischer Musik.
https://philippgropper.com/#/home

Jan Bang (geb. 1968) ist ein norwegischer Musiker und Plattenproduzent, bekannt durch mehrere Soloalben unter seinem eigenen Namen sowie durch langjährige Kooperationen mit Musikern wie Eivind Aarset, Hamid Drake, Sidsel Endresen, Jon Hassell, Arve Henriksen, Nils Petter Molvær, Sly & Robbie, David Sylvian, Tigran Hamasyan und dem Ensemble Modern.
Seit 1986 arbeitet Jan Bang mit Erik Honoré zusammen. Gemeinsam gründeten sie 2005 das Punkt-Festival. Er ist einer der versiertesten und einflussreichsten Produzenten Norwegens, und der Beiname „Elektronik-Zauberer“ haftet ihm schon seit langem an – und das aus gutem Grund. Bang ist jene Art von musikalischem Innovator und Brückenbauer, dem es stets gelingt, progressives Denken mit populärer Anziehungskraft in Einklang zu bringen. Er ist stets auf der Suche nach Wegen, Musik und Menschen voranzubringen, indem er neue Treffpunkte und musikalische Schnittstellen schafft.
Jan Bangs Album „Reading the Air“, das im Januar 2024 erschien, gewann den renommierten Deutschen Schallplattenkritikerpreis (2. Platz) in der Kategorie „Elektronik & Experiment“.
( https://janbang.org)

Shahzad Ismaily ist ein in Brooklyn ansässiger Multiinstrumentalist, Produzent, Komponist und Toningenieur. Er wurde in Harrisburg, Pennsylvania, als Sohn pakistanischer Einwanderer geboren. Bei ihm wurde eine ektodermale Dysplasie diagnostiziert – eine seltene genetische Erkrankung, die Ismailys Fähigkeit zu hören, durchzuhalten, zu komponieren und zusammenzuarbeiten tiefgreifend beeinflusst hat.
Seit seinem Umzug nach New York City im Jahr 2000 ist Ismaily ein prägendes Mitglied der Musikszene.
Der für einen Grammy nominierte Künstler beschäftigt sich mit Improvisation, Tonartwechseln und rhythmischen Abläufen und hat bereits mit zahlreichen nationalen und internationalen Musikern zusammengearbeitet. Sein Schaffen umfasst eine breite Palette an Instrumenten – vom E-Bass über Gitarre, Schlagzeug und Percussion bis hin zu Synthesizern und verschiedenen Klangobjekten, die er auf seinen Reisen gesammelt hat.
Er hat zudem an Filmen, Klanginstallationen, Performance-Kunst und Tanzstücken mitgewirkt, darunter der für den Oscar nominierte und beim Sundance Film Festival ausgezeichnete Film „Frozen River“ sowie Ragnar Kjartanssons Installation „The Visitors“. Von der „New York Times“ als „Lieblingsmusiker der Musikfans“ bezeichnet, hat er mit einer vielfältigen Gruppe von Künstlern und Avantgarde-Musikern aufgenommen und konzertiert, darunter: Arooj Aftab, Sam Amidon, Laurie Anderson, Bonnie “Prince” Billy, Guillermo E. Brown, Nels Cline, Anthony Coleman, Bryce Dessner, Ceramic Dog, Bob Dylan, Marianne Faithfull, Faun Fables, Feist, Ben Frost, Ganavya, Milford Graves, Keiji Haino, Graham Haynes, Shelley Hirsch, Jolie Holland, Lonnie Holley, JFDR, Vijay Iyer, Eyvind Kang, Laleh Khorramian, Merope, Butch Morris, Dustin O’Halloran, Yoko Ono “Plastic Ono Band”, Beth Orton, Lou Reed, Marc Ribot, Damien Rice, Secret Chiefs 3, Colin Stetson, Laura Veirs and Love In Exile.

Eivind Aarset ist ein Gitarrist mit einer einzigartigen musikalischen Vision, der alle Arten von Musik in sich aufnimmt und widerspiegelt, dabei jedoch einen beneidenswerten Individualismus und eine hohe handwerkliche Qualität bewahrt, die von stiller Intimität bis hin zu glühender Intensität reichen kann. Er ist ein Musiker, dem die schwierige Aufgabe gelungen ist, einen sofort wiedererkennbaren Sound zu kreieren und diesen mit dem Willen zu verbinden, so viele musikalische Möglichkeiten wie möglich zu erforschen, die er finden oder sich vorstellen kann. Sein Debüt als Bandleader bei Jazzland Recordings wurde von der New York Times als „eines der besten Post-Miles-Elektro-Jazz-Alben“ beschrieben, und er hat sich durch Aufnahmen und Live-Auftritte weiterhin internationale Anerkennung erworben.
Als einer der gefragtesten Gitarristen Norwegens hat Eivind Aarset unter anderem mit Jon Hassell, David Sylvian, Laurie Anderson, Bill Laswell, Sly & Robbie, Tigran Hamasyan, Michiyo Yagi, Jan Garbarek, Michele Rabbia, Marilyn Mazur, Andy Sheppard, Jan Bang und Arve Henriksen zusammengearbeitet. Er hat mit der Band von Nils Petter Molvaer zusammengearbeitet (und war auf allen Alben von Molvaer bis 2010 zu hören, darunter auch auf dem Durchbruchalbum „Khmer“). Nicht zuletzt pflegt er eine langjährige Zusammenarbeit mit Dhafer Youssef, sowohl live als auch im Studio.
Aarset hat 17 Alben als Bandleader und Co-Bandleader veröffentlicht.

Hamid Drake wird von vielen als brillanter, einfühlsamer, unendlich rhythmischer und intelligenter Schlagzeuger und Percussionist angesehen.
Er arbeitete früh mit Fred Anderson, einem Mitgründer der AACM, sowie damals junge Größen wie George Lewis und Douglass Ewart zusammen. Hamids fließender rhythmischer Ausdruck und sein Interesse an den Wurzeln der Musik brachten andere gleichgesinnte Musiker in einem Konzert- und Bildungskollektiv namens Mandingo Griot Society zusammen, das traditionelle afrikanische Musik (insbesondere aus den Mandingo sprechenden Gebieten Westafrikas) und Erzählungen mit deutlich amerikanischen Einflüssen verband. Hier war auch der Trompeter Don Cherry zaktiv, der Hamids Leben nicht nur musikalisch, sondern auch spirituell tiefgreifend geprägt hat.
Ein weiterer sehr wichtiger musikalischer Einfluss in Hamids prägenden Jahren war sein erster Tabla-Lehrer Paul Raman (Raman Papaiah).
Hamid Drake beschäftigte sich auch mit Stilen aus der östlichen Karibik, was ihn zu einer tiefen Auseinandersetzung mit Reggae führte.
Zu den weiteren Musikern, mit denen Hamid zusammengearbeitet hat, gehören Archie Shepp, David Murray, Bill Laswell, Jamie Saft, Sabir Mateen, Joe McPhee, Jim Pepper, Dewey Redman, Adam Rudolph, Pharoah Sanders, Foday Musa Suso, John Tchicai, Dave Leibman, Irene Schweizer, Michel Portal, Iva Bittova, Nicole Mitchell, Zahra Glenda Baker, Amina Claudine Meyers, Josh Abrams, Pasquale Mirra, den italienischen Saxophonisten und Komponisten Daniele Sepe, Antonello Salis, Paolo Angeli, Gavino Murgia, das Orchestra Maggio Fiorentino und fast alle Mitglieder der AACM. Und natürlich einer seiner ältesten Freunde und Weggefährten, der Perkussionist und Komponist Adam Rudolph.
Hamid gewann 2009 den Jazz Journalist Award und wurde 2006, 2010, 2017, 2018 und 2019 in der Downbeat Critics Poll zum besten Percussionisten gewählt. Im Jahr 2017 wurde ihm der Titel „Chevalier des Arts et des Lettres“ verliehen.

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